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Seven Star Mantis Kung Fu - Grundtechniken |
Die Grundlage
aller effektiven Handtechniken ist ein stabiler Stand, nur so kann die Kraft
der verschiedenen Muskelgruppen synchronisiert und fokussiert werden. Bei
solch einem Stand ist immer ein Bein näher am Gegner (aus diesem "vorderen"
Bein ergibt sich natürlich auch ein "vorderer" Arm - stehen wir mit dem
rechten Bein vorne, ist unser rechter Arm logischerweise auch weiter vorne,
sprich näher am Gegner).
1. Grundtechnik
勾摟採 / Gou Lou Cai / Au Lau Tsai
Einhaken, Fassen und Ziehen

Bei dieser Technik wird ein gegnerischer
Schlag zunächst geblockt, sprich seitlich umgeleitet, sodass wir nicht mehr in
der "Linie des Schlages" sind. Wir blocken mit dem vorderen Arm, da dieser dem
Gegner und damit dem ankommenden Schlag am nächsten ist (Zeitvorteil). Nachdem
der gegnerische Schlag geblockt wurde, und wir erst einmal aus der
unmittelbaren Gefahr sind "k. o." geschlagen zu werden, nutzen wir den durch
den Block hergestellten Kontakt. Da wo wir den Arm geblockt haben, fassen wir
sofort kräftig zu und ziehen den gegnerischen Arm neben unsere Hüfte. Dies
geschieht nicht gegen die Kraft, die Energie des Gegners, sondern mit der
Kraft des Gegners. Als ein weiterer besonderer Vorteil, greift unser hinterer
Arm noch zum Ellenbogengelenk des Gegners, um so noch mehr Kontrolle über
unseren Gegner zu haben. D. h. unser Gegner bringt uns Kraft und Schwung
entgegen, nach dem Umleiten dieser Kraft, um uns selbst außer Gefahr zu
bringen, nutzen wir diese Kraft und den Schwung aus und ziehen den Gegner so
noch weiter an uns heran. Während unser Gegner nun (gegen seinen Willen) auf
uns zu kommt, führen wir einen Fauststoß aus. In diesem Fauststoß
ergänzen sich nun mehrere Kräfte:
+ die Kraft, mit der unser
Gegner versuchte, uns zu schlagen
+ die Energie (der Schwung) mit dem wir den Gegner
heranziehen
+ die Kraft der Stellung (Beinkraft wird in den Arm
geleitet)
+ die Kraft unseres eigentlichen Fauststoßes
= Wir können also die Kraft des Gegners nutzen und diese
gegen
ihn selbst verwenden (!) und gleichzeitig noch die Kraft unseres
gesamten Körpers in die darauf reagierende Attacke fokussieren! |
Wie bei vielen
Seven-Star-Mantis-Kung-Fu-Techniken wird auch bei dieser Technik der Gegner an
uns herangezogen. Dies ist sehr wichtig, da wir so den enormen
Reichweitenvorteil eines größeren Gegners nicht nur aufheben können, sondern
noch zu unseren Gunsten nutzen. Daher ist der Seven Star Mantis Kung Fu Stil
auch dazu geeignet extrem größere Gegner besiegen zu können.
2.
Grundtechnik
掛統捶 / Gua Tong Chui / Gua
Tong Choy
Aufwärtsblock, gerader Fauststoß

Bei dieser
Technik wird ein oberer oder ein von oben kommender gegnerischer
Schlag zunächst geblockt (die Schlagenergie wird seitlich abgeführt). Wir
bleiben aber nicht stehen, und warten bis der Gegner seinen Schlag
platzieren kann, sondern wir bewegen uns ihm entgegen (unterbrechen ihn
also im Aufbau seiner Schlagenergie) und führen einen geraden (damit sehr
schnellen) Fauststoß gegen ihn aus. D. h. wieder ergänzt die
Kung-Fu-Technik unsere Stellungs- und Bewegungsenergie (zusätzlich zu der
Energie die aus der Attacke des Gegners resultiert und von uns genutzt wird)
unsere eigene schnelle und kraftvolle Attacke zu einem Angriff, dem nur wenig
entgegen gesetzt werden kann.
3. Grundtechnik
崩打 / Beng Da / Bang Da
Vernichtender Schlag

Bei dieser Technik
wird ein gegnerischer Schlag wieder zunächst geblockt, sprich seitlich
umgeleitet, sodass wir nicht mehr in der "Linie des Schlages" sind. Wir
blocken mit dem vorderen Arm, da dieser dem Gegner und damit dem ankommenden
Schlag am nächsten ist (Zeitvorteil). Nachdem der gegnerische Schlag geblockt
wurde, und wir erstein mal aus der unmittelbaren Gefahr sind "k. o." -
geschlagen zu werden, nutzen wir den durch den Block hergestellten Kontakt. Da
wo wir den Arm geblockt haben, fassen wir sofort kräftig zu und ziehen den
gegnerischen Arm an uns vorbei. Dies geschieht nicht gegen die Kraft, die
Energie des Gegners, sondern mit der Kraft des Gegners. D. h. unser Gegner
bringt uns Kraft und Schwung entgegen nach dem Umleiten dieser Kraft. Um uns
selbst außer Gefahr zu bringen, nutzen wir diese Kraft und den Schwung aus und
ziehen den Gegner so noch weiter an uns heran. Während unser Gegner nun (gegen
seinen Willen) auf uns zu kommt, führen wir einen Faustrückenschlag
aus.
Dieser
Faustrückenschlag wird
in einer schnellen senkrechten Kreisbewegung des Unterarms ausgeführt, und ist
daher kaum noch abzuwehren. In diesem
Faustrückenschlag ergänzen sich wieder
mehrere Kräfte:
+ die Kraft, mit der unser
Gegner versuchte, uns zu schlagen
+ die Energie (der Schwung) mit dem wir den Gegner
heranziehen
+ die Kraft der Stellung (Beinkraft wird in den Arm
geleitet)
+ die Kraft unseres eigentlichen Faustrückschlages
= Wir können also die Kraft des Gegners nutzen und diese
gegen
ihn selbst verwenden (!) und gleichzeitig noch die Kraft unseres
gesamten Körpers in die darauf reagierende Attacke fokussieren! |
4. Grundtechnik
刁鑽 / Diao Zuan / Diu Tsun
Trickreich sein

Bei dieser
einhändigen Technik wird ein gegnerischer Schlag wieder zunächst
geblockt, sprich seitlich umgeleitet, sodass wir nicht mehr in der "Linie des
Schlages" sind. Wir blocken mit dem vorderen Arm, da dieser dem Gegner und
damit dem ankommenden Schlag am nächsten ist (Zeitvorteil). Nachdem der
gegnerische Schlag geblockt wurde, und wir erst einmal aus der unmittelbaren
Gefahr sind "k. o." - geschlagen zu werden, nutzen wir den durch den Block
hergestellten Kontakt. Da wo wir den Arm geblockt haben, fassen wir sofort
kräftig zu und ziehen den gegnerischen Arm an uns vorbei. Dies geschieht nicht
gegen die Kraft, die Energie des Gegners, sondern mit der Kraft des Gegners.
D. h. unser Gegner bringt uns Kraft und Schwung entgegen, nach dem Umleiten
dieser Kraft. Um uns selbst außer Gefahr zu bringen, nutzen wir diese Kraft
und den Schwung aus und ziehen den Gegner so noch weiter an uns heran. Während
unser Gegner nun (gegen seinen Willen) auf uns zu kommt, führen wir einen
Handballenstoß aus (Achtung: Handballenstöße sind sehr kraftvoll -
unter Umständen können Handballenstöße
irreparablen Schaden (bis zum Tod) verursachen, daher darf diese Technik im
Training nur sehr vorsichtig geübt werden).
In diesem Handballenstoß
ergänzen sich nun wieder mehrere Kräfte:
+ die Kraft, mit der unser
Gegner versuchte, uns zu schlagen
+ die Energie (der Schwung) mit dem wir den Gegner
heranziehen
+ die Kraft der Stellung (Beinkraft wird in den Arm
geleitet)
+ die Kraft unseres eigentlichen Handballenstoß
(Vorsicht!)
= Wir können also die Kraft des Gegners nutzen und diese
gegen
ihn selbst verwenden (!) und gleichzeitig noch die Kraft unseres
gesamten Körpers in die darauf reagierende Attacke fokussieren! |
5.
Grundtechnik
牽閃 / Qian Shan / Him Sim
Der haltenden Hand entkommen
In dieser Technik wird
wieder einmal die Wichtigkeit von dem Zusammenspiel von Armtechniken,
Beinbewegungen und Hüftenergie deutlich:
Der Gegner greift mit einem
geraden Fauststoß
an. Dieser wird abgewehrt:
Die entstehende Kraft durch die Abwehr mit der einen Hand und das Eindrehen
der Hüfte in die Stellung Qua Fu Bo (die Fußspitze zeigt zum Gegner) lenkt die
Energie des gegnerischen Schlages seitlich um. Danach wird mit der anderen
Hand ein gerader Fauststoß
unter die Rippen des
Gegners ausgeführt*.
Der
Gegner erfasst den Schlagarm mit der geblockten Hand. Jetzt wird ein
Stellungswechsel von Qua Fu Bo zur Dan San Bo ausgeführt, dabei drehen wir uns
seitlich zum Gegner und indem die Hüfte ebenfalls in die Stellung gedreht
wird, nutzen wir die Energie zur Seite um den Arm zu befreien. Bei dieser
Bewegung lösen wir den Griff des Gegners:
|
a)
durch die Drehung des Unterarmes,
b) durch Kraft des Stellungswechsels, und
c) durch einen Befreiungsschlag mit der freien
Hand zum Ellenbogen des
Gegners,
um nun für einen neuen
Angriff bereit zu sein ... |
6. Grundtechnik
貼靠 / Tie Kao / Tip Kao
Anbringen und Anlehnen
Bei dieser
Technik wird ein gegnerischer Schlag wieder zunächst geblockt und nach oben
umgeleitet. Gleichzeitig ziehen wir wieder einmal unseren Gegner noch weiter
heran. Dies wird durch den Hüfteinsatz in die
Stellung „Nao Ma Bo“
noch verstärkt. Der Ellenbogen des anderen Armes schnellt in einer kraftvollen
Aufwärtsbewegung gegen den Ellenbogen des Angreifers und lähmt oder bricht (je
nach Technikstärke) den Ellenbogen des Angreifers.
* =>
Eines der empfindlichsten Organe des menschlichen Rumpfes ist die Leber. Diese
wird normalerweise durch die unteren Rippen geschützt. Wenn aber nun der
rechte Arm angehoben wird, hebt sich der untere rechte Rippenbogen (die "kurze
Rippe") und die Leber liegt "schutzlos" frei - ein Treffer an dieser Stelle
bewirkt großen körperlichen Schmerz (den so genannten "Körper k. o.").
Durch die
kraftvolle Aufwärtsbewegung gegen den Ellenbogen des Angreifers liegt nun
dessen Leber frei und ist nun das Ziel unseres Angriffes: Wir führen einen
Ellenbogenstoß in "Ma Bo" gegen die Leber unseres Gegners durch. Bei unserem
Angriff addieren sich wieder einmal viele Kräfte:
+ die Kraft, mit der unser
Gegner versuchte, uns zu schlagen
+ die Energie (der Schwung) mit dem wir den Gegner an uns
heranziehen (incl. Einsatz unserer Hüftkraft)
+ Ellenbogenstoß unseres vorderen Armes
+ unterstützender Handballenstoß gegen unsere Faust
(zwecks Energieweiterleitung)
+ Die Kraft unserer Beine beim Einnehmen der Stellung:
Ma Bo (Beinkraft wird in den Ellenbogen
umgeleitet) |
7. Grundtechnik
粘黏手 / Zhan Nian Shou /
Chim Nim Sao
Klebende Hand

Diese
Technik beginnt mit der typischen "Mantis-Fang-Bewegung". Dabei führen
die Unterarme eine kreisförmige Bewegung durch, durch die
automatisch ein hereinkommender Angriff nicht nur abgewehrt wird,
sondern auch noch der gegnerische Arm gefasst und an Handgelenk und
Ellenbogen fixiert und kontrolliert wird.
Während
wir nun den Gegner mal wieder an uns heranziehen, führen wir einen
Fingerspitzenangriff zu seinem Gesicht aus. Wenn der Gegner diesen abwehrt,
nutzen wir erneut seine Abwehr um seinen Arm zu kontrollieren und einen neuen
"fassen-und-ziehen-und-Fingerspitzenangriff" zu seinem Gesicht auszuführen.
Natürlich
wird unser Gegner wieder versuchen diesen abzuwehren. Sollte er dieses
wirklich noch schaffen, muss er wieder eine Aufwärtsbewegung seines rechten
Armes durchführen.
* =>
Eines der empfindlichsten Organe des menschlichen Rumpfes ist die Leber. Diese
wird normalerweise durch die unteren Rippen geschützt. Wenn aber nun der
rechte Arm angehoben wird, hebt sich der untere rechte Rippenbogen (die "kurze
Rippe") und die Leber liegt "schutzlos" frei - ein Treffer an dieser Stelle
bewirkt großen körperlichen Schmerz (den so genannten "Körper k. o.").
Wieder
einmal nutzen wir die Aufwärtsbewegung des rechten Armes unseres Gegners um
die nun freiliegende Leber mit einem Fingerstich anzugreifen, um so den Gegner
unmittelbar nach seinem letzten Angriff außer Gefecht zu setzen.
(Seven-Star-Mantis-Kung-Fu-Trainierende
lernen diese Leberangriffe durch eine hackmesserähnliche Bewegung beider Hände
gegen die gegnerischen Gelenke abzuwehren - diese möchten wir jetzt aber nicht
genauer erklären - sondern freuen uns darauf euch bald im
Seven-Star-Mantis-Kung-Fu-Training begrüßen zu dürfen.)
8. Grundtechnik
騰挪 / Teng Nuo / Tang Na
Aufsteigen und (die Seite) wechseln

Diese
Technik beginnt mit der typischen "Mantis-Fang-Bewegung". Dabei führen
die Unterarme eine kreisförmige Bewegung durch, durch die
automatisch ein hereinkommender Angriff nicht nur abgewehrt wird,
sondern auch noch der gegnerische Arm gefasst und an Handgelenk und
Ellenbogen fixiert und kontrolliert wird. Diese Technik wird durch die
Kraft eines (gegen einen möglichen Tiefangriff durchgeführten) gesprungenen
Stellungswechsel von „Qua Fu
Bo“ rechts vorne nach „Qua
Fu Bo“ links vorne mit der gesamten Körperkraft verstärkt!
Nun wird -
ähnlich wie bei der 1. Grundtechnik: "AU – LAU – TSAI" der gegnerische
attackierende Arm herangezogen. Ein möglicher weiterer hereinkommender Angriff
wird (wenn er denn wirklich noch vom Gegner ausgeführt werden sollte)
abgewehrt und "eingefangen", sprich kontrolliert. Gleichzeitig wird ein
Fingerspitzenangriff zu den Augen des Gegners durchgeführt (wie immer
ergänzen sich die verschiedenen Kräfte) und ein gesprungener Spanntritt zu
den Genitalien wird ausgeführt.
Der
Stil gibt nun vor, noch weitere mögliche Angriffe, durch hüftunterstützte
Seitwärts-Blöcke abzuwehren. Dies wird natürlich auch trainiert, ist in der
Praxis allerdings meist nicht mehr notwendig ... ;-)
Fassen und Kontrollieren des
Gegners

‚Diu Sao’ =
Der Mantisgriff
Bei dieser
Technik wird ein gegnerischer Schlag zunächst wieder geblockt, sprich seitlich
umgeleitet, sodass wir nicht mehr in der "Linie des Schlages" sind. Wir
blocken mit dem vorderen Arm, da dieser dem Gegner und damit dem ankommenden
Schlag am nächsten ist (Zeitvorteil). Nachdem der gegnerische Schlag geblockt
wurde, und wir erst einmal aus der unmittelbaren Gefahr sind "k. o." -
geschlagen zu werden, nutzen wir den durch den Block hergestellten Kontakt. Da
wo wir den Arm geblockt haben, fassen wir sofort kräftig zu und ziehen den
gegnerischen Arm an uns vorbei. Dies geschieht nicht gegen die Kraft, die
Energie des Gegners, sondern mit der Kraft des Gegners. D. h. unser Gegner
bringt uns Kraft und Schwung entgegen. Nach dem Umleiten dieser Kraft, um uns
selbst außer Gefahr zu bringen, nutzen wir diese Kraft und den Schwung aus und
ziehen den Gegner so noch weiter an uns heran. Während unser Gegner nun (gegen
seinen Willen) auf uns zu kommt, führen wir weitere Techniken aus.
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