Seven Star

Sternbild Großer Wagen (im Großen Bären)

Hier sehen wir eine Gesamtaufnahme des Sternbild "Großer Wagen" (Ursa major). Durch seine sieben sehr hellen Hauptsterne ist es eines der am leichtesten zu erkennenden Sternbilder am Himmel und eignet sich daher besonders gut zur Orientierung. (Sowohl in der Natur als auch zum auffinden der anderen Objekte am Sternenhimmel) Berühmt ist der Große Wagen vor allem wegen der beiden hinteren Sterne des "Wagenkasten", die, fünfmal nach oben verlängert, zum Polarstern führen.

Das gesamte Sternbild ist in unseren Breiten zirkumpolar, d.h. es verschwindet nie unter dem Horizont und ist daher das gesamte Jahr über zu sehen. Als "altes" und auffälliges Sternbild bekamen die Hauptsterne schon vor vielen Jahrhunderten von arabischen Astronomen je einen Eigennamen zugewiesen. Es sind dies, vom vorderen Deichsel- zu den hinteren Kastensternen: Benetnasch, Mizar, Alioth, Megrez, Phekda, Merak und Dubhe.

Dicht links neben Merak, dem rechten unteren Kastenstern, finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft die beiden Messier-Objekte M97 und M108. M108 (NGC 3556) ist eine Spiralgalaxie, die wir fast genau von der Kante sehen und nur 48 Bogenminuten in Richtung Südosten befindet sich M97, so daß beide Objekte oftmals gleichzeitig auf vielen Aufnahmen zu finden sind. Auf dem hier vorliegenden Übersichtsbild des gesamten Sternbildes sind die beiden Flecken aber nur zu erahnen. Ein anderes Objekt liegt zwar in unmittelbarer Nähe des vorderen Deichselsterns, doch M51, eines der bekanntesten Galaxien überhaupt, gehört bereits zum Nachbarsternbild "Jagdhunde".

Von einem ohnehin interessanten Stern hat man vor kurzem etwas neues gehört: Der mittlere Deichselstern, Mizar, bildet mit seinem Begleiter Alcor ein Doppelsternsystem, das als "Augenprüfer" gilt. Die beiden Sterne sind 11 Bogenminuten auseinander und wer Alcor, auch "Reiterlein" genannt, erkennen kann, kann verhältnismäßig gut sehen. Mizar selber ist jedoch auch ein Doppelstern, dessen beide Komponenten, Mizar A und Mizar B, nur 14 Bogensekunden auseinanderstehen. Um sie zu trennen, braucht man mindestens ein 2-Zoll-Teleskop. Doch auch diese beiden Komponenten bilden jeweils ein Doppelsternsystem. Deren Sterne stehen aber so dicht beieinander, dass herkömmliche Teleskope sie nicht mehr trennen können. Sie verraten sich nur durch ihre Bewegung umeinander, was sich durch Dopplerverschiebungen im Spektrum ablesen läßt. Solche Systeme nennt man daher auch spektroskopische Doppelsterne.

Durch die Luftunruhe, die das ankommende Licht "verschmieren", ist es selbst den größten Teleskopen nicht möglich, wesentlich feinere Details auf Fotos festzuhalten, als Fernrohre von etwa 20 cm Öffnung. Hier kommen in letzter Zeit ausgeklügelte Systeme wie adaptive Optiken zum Einsatz, die diesen Nachteil wieder ausgleichen sollen. Eine besonderer Technik, die darauf aufbaut, ist die optische Interferometrie. Dazu benutzt man mehrere (kleinere) Teleskope, die über eine größere Entfernung hinweg aufgebaut werden und die durch optische Röhren miteinander verbunden sind. Jedes dieser kleinen Teleskope ist klein genug, um durch eine adaptive Optik die Luftunruhe herauszufiltern. Durch das Zusammenführen des Lichtes von mehreren solcher Teleskope wird ein "virtuelles" Teleskop generiert, welches der Größe der gesamten Ausdehnung des Komplexes entspricht. Der einzige Nachteil ist der, das die lichtsammelnde Fläche natürlich nicht ebensogroß ist. Mit einem Prototyp eines solchen Teleskops ist es am 1. und 2. Mai 1997 gelungen, Mizar A in seine beiden Einzelsterne zu trennen. Das NPOI (Navy Prototype Optical Interferometer) bildete dabei ein Dreieck mit einer längsten Kantenläng von 38 Metern. Die volle Ausbaustufe des neuen Teleskops soll eine Anordnung von sechs Teleskopen mit einem Abstand von 437 Metern sein. Die Auflösung soll dann 0,2 millibogensekunden betragen, das entspricht dem Fußabdruck eines Astronauten auf dem Mond. Das gesamte Bild von etwa 100x100 Pixel, welches die beiden Sterne formatfüllend zeigen konnte, hatte eine Ausdehnung von 30x20 millibogensekunden; diese Fläche entspricht einem einzigen Pixel der Planetary Camera des Hubble Space Telescopes!

grbaer1.gif (8398 Byte)Das Sternbild   Großer Bär
Der Große Bär ist das drittgrößte Sternbild, dessen mythischer Ursprung schon in der aufkommenden Zivilisation liegt. Die sieben hellsten Sterne werden bei uns als Großer Wagen bezeichnet, während in England meist von einem großen Pflug und in Amerika hingegen von einem Großen Schöpflöffel gesprochen wird. Dieses Sternbild ist zirkum-polar, d. h., es ist in unseren Breiten immer über dem Horizont, also ständig zu sehen.

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Mythologischer Hintergrund:


Nach den Überlieferungen der griechischen Mythologie sah der Göttervater Zeus eines Tages ein wunderschönes Mädchen, die Nymphe Kallisto, und verliebte sich in sie. Aber Kallisto gehöhrte zu den Jungfrauen im Gefolge der jungfräulichen Göttin der Jagd, Diana. Um sich nun Kallisto nähern zu können, ohne ihr Mißtrauen zu wecken, näherte sich Zeus ihr in der Gestalt von Diana. Auf diese Weise getäuscht, konnte er Kallisto übewältigen und ihr die Unschuld rauben.
Sobald Diana sah, was geschehen war (Kallisto war ganz offensichtlich schwanger als Diana mit ihrem Gefolge ein Bad nahm), schickte sie Kallisto fort. Schlimmer jedoch war, daß inzwischen auch Hera, die Gemahlin des Zeus, von Kallisto und ihrem neugeborenen Sohn Arkas geh&oulm;hrt hatte. In ihrem Ärger und ihrer Eifersucht verwandlete sie Kallisto in einen Bären.
Jahre später traf Kallisto, noch immer in der Gestalt eines Bären, ihren Sohn Arkas, der sie jedoch natürlich nicht erkannte. In seiner Angst, versuchte er dieses Tier zu töten, aber bevor es geschehen konnte, daß der Sohn die Mutter tötet, entführte Zeus beide und gab ihnen einen Platz unter den Sternen und machte sie zu zwei benachbarten Sternbildern.
Als Hera ihre Rivalin unter den Sternen funkeln sah, wurde sie fürchterlich wütend; sie wandte sich hinab zu dem Ozean, zu Okeanos und Tethys und klagte beiden ihr Leid. Die erbat sich einen Gefallen, nämlich, daß der Bär niemals das Wasser erreichen könne, um sich zu erfrischen. Und tatsächlich berührt in den nördlichen Breiten das Sternbild des Großen Bären niemals das Meer.
(Diese Geschichte findet man z.Bsp. in den "Metamorphosen, Buch II" des römischen Dichters Ovid (Publius Ovidius Naso, 43 v.Chr. bis 17 n.Chr.). Interessanterweise spricht er von den 'sieben Sternen' des Bären'. Daraus kann man folgern, daß in jenen Zeiten lediglich die sieben Sterne, die heute den Asterismus des Großen Wagens bilden, dieses Sternbild formten. Obwohl man auch heute noch diese Gruppe als den Großen Bären bezeichnet, ist dieses Sternbild doch ein weing weiter ausgedehnt.)

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